Schwerpunkte

  • Bildungssoziologie, Hochschul- und Ungleichheitsforschung
  • Bildungsungleichheit, Bildungsmobilität und Begabtenförderung
  • Konventionen-, Diskurstheorie und Praxistheorie
  • Diskursanalyse, Interviews, Szenisches Forschen, Grounded Theory

Studienkollegs für internationale Studieninteressierte

Staatliche Studienkollegs sind eine seit langem erprobte, allerdings institutionell ungesicherte Variante, internationale Studienbewerber.innen auf die Aufnahme eines Studiums in Deutschland vorzubereiten. In den letzten 15 Jahren sind ein Abbau der Aufnahmekapazitäten und Schließungen von Einrichtungen zu beobachten. Das ist vor dem Hintergrund des politischen Interesses, den Zugang dieser Zielgruppe zu Studium und Arbeitsmarkt zu erleichtern, ambivalent. Zudem wird die Institution Studienkolleg in einigen Fällen mehr als Kosten- und weniger als Einflussfaktor des Studienverlaufs betrachtet. Daher sollen im Projekt Erkenntnisse darüber geliefert werden, (1) inwiefern die Teilnahme am Studienkolleg den Studienerfolg beeinflusst, (2) wie die Studienkollegs in Deutschland organisiert und welche Alternativen im Laufe der Jahre entstanden sind, (3) ob und welcher aktueller und zukünftiger Bedarf an Studienkollegplätzen besteht und welche Kosten damit verbunden sind, und (4) wie studienvorbereitende Maßnahmen unter Berücksichtigung vergleichbarer internationaler Erfahrungen optimiert werden können. Nähere Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektwebsite.

Bildungsaufstiege in Krisenzeiten

Der Hochschulzugang und der Bildungserfolg sind in Deutschland maßgeblich durch die soziale Herkunft geprägt. Es scheint daher naheliegend anzunehmen, dass sich Ungleichheitseffekte während der Covid-19-Pandemie verstärken. Während ungleichheitsrelevante Effekte etwa bei der Frage von Schulschließungen breit diskutiert werden, ist der Situation von Studierenden bislang weniger Aufmerksamkeit zugekommen. Zwar finden sich bereits erste Studien, die die Situation von Studierenden in der aktuellen Krisensituation untersuchen. Allerdings spielt hierbei die soziale Herkunft bislang eine eher untergeordnete Rolle. Das Forschungsvorhaben schließt diese Lücke, in dem die (sich wandelnde) Situation von Studierenden aus nicht-akademischen Elternhäusern in Deutschland untersucht wird.

Rechtfertigung von Begabtenförderung

Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass Begabtenförderungsprogramme an den Hochschulen seit Anfang des 20. Jahrhunderts kontinuierlich ausgebaut worden sind, während zugleich ihre soziale Selektivität und damit ihre Verstrickung in soziale Ungleichheitsverhältnisse zugenommen hat. Diese Entwicklung lässt sich eindrücklich anhand der Studienstiftung des deutschen Volkes nachvollziehen. Aus einer genealogischen Perspektive untersuche ich die Rechtfertigung von Begabtenförderung anhand von öffentlichen Beiträgen der Studienstiftung. Hierbei integriere ich das Konzept der Rechtfertigungsordnung in das Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts sind in einer Monografie und verschiedenen Aufsätzen publiziert worden.

Sozialwissenschaftliche Begabungsforschung

Mit meinem Kollegen Kenneth Horvath habe ich im Jahr 2016 einen Workshop an der Universität Hildesheim organisiert, der verschiedene Forscher*innen zusammenbrachte, die sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive mit Begabung und Begabtenförderung beschäftigen. Im Anschluss an dieses Treffen haben wir mit der Arbeit an einem Sammelband begonnen, der wichtige Studien versammelt und Einblicke in die sozialwissenschaftliche Begabungsforschung vermittelt. Das Buch „Begabung und Gesellschaft. Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Begabung und Begabtenförderung“ ist 2018 bei Springer VS erschienen.

Forschen mit Methoden des Theaters

Seit vielen Jahren arbeite ich freiberuflich als Theaterpädagoge, insbesondere mit der von Augusto Boal entwickelten Methode des Forumtheaters. Aktuell leite ich mit meiner Kollegin Klara Domröse das Kieztheater in Hohenschönhausen. Mit Methoden des Theaters erforschen wir hierbei die Situation von alleinerziehenden Frauen in Hohenschönhausen. In Lehrveranstaltungen an der Universität Hildesheim habe ich darüber hinaus Methoden des Theaters als eine spezifische Form der Datenerhebung genutzt und mit Studierenden diskutiert.