Schwerpunkte

  • Bildungssoziologie, Hochschul- und Wissenschaftsforschung
  • Begabtenförderung, internationale Studierende, Forschungstransfer
  • Wissenssoziologische Diskursforschung und Soziologie der Konventionen
  • Diskursanalyse, Interviews, Szenisches Forschen und Grounded Theory

Forschungstransfer durch Einrichtungen mit eingeschriebenem Transferauftrag

Es gibt gesellschaftliche Wahrnehmungen, dass Wissenschaft der Kontaktpflege mit der Nichtwissenschaft ausweiche oder dafür über keine angemes­senen Instrumente verfüge. Dies dürfte von ihrer Funktionsbestim­mung her zumindest bei drei Institutionentypen nicht der Fall sein, da diesen ein Transferauftrag einge­schrieben ist: den Hochschulen für angewand­te Wissenschaften, der Fraunhofer-Gesellschaft und den Res­sortfor­schungseinrichtungen. Das Projekt rückt daher folgende Fra­gestellung in den Mittelpunkt: Welche Handlungsstrategien sorgen an Ein­richtungen mit explizitem Transferauftrag dafür, Transfer­erwartun­gen zumindest so hinreichend zu bedienen, dass das Organisationsüber­leben gesichert ist? Angenommen wird, dass in den Einrichtungen mit explizitem Transferauftrag ein über Jahrzehnte aufgebauter Erfahrungsschatz des Forschungstransfers vorliegt. Würde dieser ge­hoben, so lassen sich Anregungspotenziale für andere ermitteln. Als exemplarisches Untersuchungsfeld wird die stadtbezogene Forschung gewählt. Das Projekt wird in der BMBF-Förderlinie „Wissenstransfer“ gefördert. Nähere Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektwebsite.

Studienkollegs für internationale Studieninteressierte

Staatliche Studienkollegs sind eine seit langem erprobte, allerdings institutionell ungesicherte Variante, internationale Studienbewerber.innen auf die Aufnahme eines Studiums in Deutschland vorzubereiten. In den letzten 15 Jahren sind ein Abbau der Aufnahmekapazitäten und Schließungen von Einrichtungen zu beobachten. Das ist vor dem Hintergrund des politischen Interesses, den Zugang dieser Zielgruppe zu Studium und Arbeitsmarkt zu erleichtern, ambivalent. Zudem wird die Institution Studienkolleg in einigen Fällen mehr als Kosten- und weniger als Einflussfaktor des Studienverlaufs betrachtet. Daher sollen im Projekt Erkenntnisse darüber geliefert werden, (1) inwiefern die Teilnahme am Studienkolleg den Studienerfolg beeinflusst, (2) wie die Studienkollegs in Deutschland organisiert und welche Alternativen im Laufe der Jahre entstanden sind, (3) ob und welcher aktueller und zukünftiger Bedarf an Studienkollegplätzen besteht und welche Kosten damit verbunden sind, und (4) wie studienvorbereitende Maßnahmen unter Berücksichtigung vergleichbarer internationaler Erfahrungen optimiert werden können. Nähere Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektwebsite.

Rechtfertigung von Begabtenförderung

Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass Begabtenförderungsprogramme an den Hochschulen seit Anfang des 20. Jahrhunderts kontinuierlich ausgebaut worden sind, während zugleich ihre soziale Selektivität und damit ihre Verstrickung in soziale Ungleichheitsverhältnisse zugenommen hat. Diese Entwicklung lässt sich eindrücklich anhand der Studienstiftung des deutschen Volkes nachvollziehen. Aus einer genealogischen Perspektive untersuche ich die Rechtfertigung von Begabtenförderung anhand von öffentlichen Beiträgen der Studienstiftung. Hierbei integriere ich das Konzept der Rechtfertigungsordnung in das Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts sind in einer Monografie und verschiedenen Aufsätzen publiziert worden.

Forschen mit Methoden des Theaters

Seit vielen Jahren arbeite ich freiberuflich als Theaterpädagoge, insbesondere mit der von Augusto Boal entwickelten Methode des Forumtheaters. Mit meiner Kollegin Klara Domröse habe ich 2020 & 2021 das Kieztheater in Hohenschönhausen geleitet. Mit Methoden des Theaters erforschten wir hierbei die Situation von alleinerziehenden Frauen in Hohenschönhausen. In Lehrveranstaltungen an der Universität Hildesheim habe ich darüber hinaus Methoden des Theaters als eine spezifische Form der Datenerhebung genutzt und mit Studierenden angewendet.